Er ist Schlagzeuger, Bandleader und Produzent, hat mit Musikern wie Paul Kuhn, Klaus Doldinger, Max Greger oder Helge Schneider gearbeitet und begeistert ein internationales Publikum in Asien, Europa sowie den USA.

Und trotz seines offiziellen Eintritts in den Ruhestand vor rund zwei Jahren absolviert er pro Jahr bis zu 150 Auftritte. Willy Ketzer sprüht auch nach fast fünf Jahrzehnten im Musikzirkus vor Energie. „Musik ist meine Heimat. Dabei spielt das Genre keine Rolle“, betont der 68-jährige Wahlkölner.

Dass er mit dem Musizieren so erfolgreich sein würde, hätte sich Ketzer in seiner Kindheit nicht träumen lassen. „Meine Eltern haben ein Klavier angeschafft und mir Unterricht aufgedrückt. Damals war ich nicht begeistert. Dennoch blieb ich dabei. Auf das Klavier folgte die Klarinette, anschließend das Saxofon. Als ich die Beatmusik entdeckte, fand ich mein Instrument: das Schlagzeug“, erinnert sich der ausgebildete Jazzer.

Seither ist viel passiert. Willy Ketzer blickt auf rund 60 000 aufgenommene Titel, die Leitung eigener Combos vom Showorchester über Big Band bis zum Jazz-Trio, Engagements für Udo Jürgens, José Carreras, Johnny Cash und Liza Minelli, die musikalische Leitung bei den Bällen der UNICEF und den Kölner Abenden in der Volksbühne am Rudolfplatz oder die Begleitung der ersten „Deutschland sucht den Superstar“-Staffeln sowie der Veranstaltungsreihe „Immer wieder kölsche Lieder“ in der Lanxess Arena.

Engagement für Afrika und politische Bildung

„Damit bin ich noch lange nicht ausgelastet“, lacht der Tausendsassa. „Wer die Möglichkeit hat, Menschen zu erreichen, sollte das nutzen.“ So engagiert sich Ketzer für den Verein „Ein Dach für Afrika“. Überdies hat er ein Projekt ins Leben gerufen, das Unterhaltung und politische Bildung miteinander verbindet. „Dabei bilden Jazz-Konzerte den Rahmen für Vorträge und Podiumsdiskussionen“, erläutert der Initiator das Konzept.

»Musik ist meine Heimat. Dabei spielt das Genre keine Rolle.«

Tatsächlich sei der Unterschied zwischen einer Band und einer Partei nicht groß, sagt der Entertainer. Bei beiden gebe es Hierarchien und klare Ziele. Zugleich müssen alle Beteiligten stets Flexibilität und Improvisationstalent beweisen. Wandlungsfähigkeit gehört zu Ketzers größten Stärken – nicht nur in der Musik.

Unter dem Titel „Am Grab gibt’s keine Steckdose“ hat der Wahl-Rheinländer ein Buch veröffentlicht, dessen Hörbuchfassung kürzlich erschienen ist. „Derzeit arbeite ich an einem weiteren Titel. In den letzten 30 Jahren habe ich auf, vor und hinter den Bühnen dieser Welt unzählige Geschichten gesammelt, die ich mit den Menschen teilen möchte“, erklärt der Vater eines erwachsenen Sohnes. Darüber hinaus plant der Musikpreisträger der Stadt Leipzig für 2020 eine Konzerttour zu Ehren Peter Alexanders.

Lesen Sie mehr in unserer Herbstausgabe.

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