Top Magazin sprach mit dem Steuerexperten Thorsten U. Schmidt über Chancen und Risiken bei Verträgen mit nahen Angehörigen.

In fast jeder Branche ist es üblich, dass auch Angehörige, wie Ehepartner oder Kinder, im Unternehmen mitarbeiten. Man zieht am selben Strang, kennt und vertraut sich. Das Ganze hat aber noch einen anderen Vorteil. Denn damit lassen sich Einkünfte innerhalb der Familie verlagern und Steuern sparen. Voraussetzung ist natürlich, dass tatsächlich ein Beschäftigungsverhältnis begründet wird, welches arbeits-, sozialversicherungs- und steuerrechtlich auch anerkannt wird. Denn vertragliche Vereinbarungen zwischen nahen Angehörigen werden vom Finanzamt ganz besonders intensiv geprüft.

Steuerexperte Thorsten U. Schmidt

Die Gehaltszahlungen an im Unternehmen mitarbeitende Familienangehörige können nur dann als Betriebsausgaben abgezogen werden, wenn der Angehörige aufgrund eines zivilrechtlich wirksamen Arbeitsvertrags beschäftigt wird, der inhaltlich so ausgestaltet ist, wie er üblicherweise auch mit einem Fremden abgeschlossen würde. Das betrifft insbesondere die konkrete Beschreibung der Tätigkeit sowie die angemessene Vergütung. Doch da Papier geduldig ist, reicht ein schriftlicher Vertrag allein nicht aus. Die vertraglich geschuldete Arbeitsleistung muss auch tatsächlich erbracht werden und der Unternehmer muss seinerseits alle Arbeitgeberpfl ichten erfüllen.

Dazu gehört insbesondere, dass er das Gehalt tatsächlich auszahlt und der Angehörige darüber auch tatsächlich verfügen kann. Falls der Angehörige die vertraglich vereinbarten Arbeitsleistungen gar nicht erbringt, werden die Lohnaufwendungen nicht als Betriebsausgaben berücksichtigt.

Arbeitet der Angehörige mehr, als vertraglich vereinbart wurde, ohne dafür eine zusätzliche Vergütung zu erhalten, ist dies dagegen grundsätzlich steuerlich unschädlich. Die Lohnaufwendungen sind auch in diesem Fall abziehbare Betriebsausgaben.

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